Der September ist für mich der schönste Monat im Jahr. Die Temperaturen sind meistens mild und die Sonne steht tiefer am Himmel, was für ein weicheres und goldenens Licht sorgt.
Für Selbstversorger und Gartenliebhaber ist der September eine Zeit der Fülle. Es ist Erntezeit, denn viele Obst-und Gemüsesorten sind jetzt reif. Äpfel, Birnen, Tomaten, Kürbisse- es ist eine Zeit des Überflusses und des Genusses.
In dieser Zeit beginnt für uns Selbstversorger die Zeit der Vorratsherstellung. Wie bewahre ich meine Ernte so auf, dass sie gesund und nachhaltig konserviert wird, s.d. ich mit diesen Lebensmittel über den Winter komme, ohne unnötige Lebensmittel zu verschwenden.
Warum nachhaltige Vorratshaltung wichtig ist:
- Lebensmittelverschwendung vermeiden: Jedes Jahr werden Tonnen von Lebensmitteln verschwendet. Durch richtige Lagerung und Konservierung kannst du deinen Beitrag dazu leisten, dies zu reduzieren.
- Regionale Ernährung im Winter: Wenn du deine Ernte haltbar machst, kannst du auch im Winter auf regionale und selbstgeerntete Lebensmittel zurückgreifen, anstatt importierte Produkte zu kaufen.
- Kostenersparnis: Durch die Vorratshaltung sparst du langfristig Geld, da du weniger frische Produkte kaufen musst.
- Nachhaltig leben: Weniger Verpackung, weniger Transportwege und eine bewusste Nutzung von Lebensmitteln tragen zu einem nachhaltigeren Lebensstil bei.
Meine besten Methoden zur nachhaltigen Vorratshaltung:
1. Fermentieren
- Beschreibung: Wie du vielleicht schon in einigen meiner anderen Blogartikeln gelesen hast, bin ich ein großer Fan des Fermentierens. Ich liebe fermentierte Tomaten, Gurken und anderes Gemüse. Es ist eine der ältesten und gesündesten Methoden, um Gemüse haltbar zu machen. Zudem fördert Fermentieren probiotische Bakterien, die gut für die Darmgesundheit sind.
- Beispiel: Sauerkraut, Kimchi, fermentierte Gurken und Tomaten

2. Einkochen
- Beschreibung: Einkochen ist eine beliebte Methode, um Obst und Gemüse zu konservieren. Beim Einkochen werden die Lebensmittel in Gläsern erhitzt und luftdicht verschlossen. Es gibt doch nichts besseres, als eingekochtes Pflaumenmus nach Omas altem Rezept.
- Beispiel: Eingekochte Tomatensauce, Pflaumenkompott, Apfelmus.
3. Trocknen ( hier findest du 2 Rezeptideen )
- Beschreibung: Meine getrockeneten Tomaten benötige ich das ganze Jahr. Sie werden im Dörrautomat ( ich empfehle euch das Dörrgerät von WMF*) getrocknet und für Pizza, Pasta, Risottos und vieles mehr verwendet. Ebenso kannst du Obst und Gemüse durch Trocknen im Dörrgerät oder im Backofen haltbar machen. Kräuter werden gebündelt aufgehangen und an der Luft getrocknet. Denke jetzt schon an deinen Pfefferminztee im Winter.
- Beispiel: Getrocknete Äpfel ( steche die Äpfel in der Mitte aus, schneide sie in Scheiben und trockne sie 6-7 Stunden bei 70 Grad im Dörragerät )
- Beispiel: Getrocknete Kräuter: Ernte deine Kräuter am besten morgens, wenn der Morgentau verdunstet ist. Entferne beschädigte Blätter, wasche und trockne deine Kräuter gut. Binde kleine Kräutersträuße und hänge sie kopfüber an einen trockenen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Ich mache es gerne in unserer Gartenhütte. Alternativ kannst du diene Kräuter auch im Dörrapparat trocknen.
Wieso getrocknete Kräuter?
Der Trocknungsprozess konzentriert die Aromen und macht sie intensiver, sodass du gar nicht so viel davon brauchst. Ob Thymian, Oregano oder Rosmarin-getrocknete Kräuter können vielseitig eingesetzt werden, von herzhaften Speisen, bis hin zu Tees und sogar in DIY´s, wie Salben, Shampoo oder ähnliches.
Gesundheitliche Vorteile
Auch, wenn der Wassergehalt reduziert wird, bleiben viele wertvolle Inhaltsstoffe, wie Vitamine und Antioxidantien erhalten. Sie fördern die Verdauung, stärken das Immunsystem und verleihen deinen Gerichten nicht nur Geschmack, sondern auch gesundheitliche Benefits.
Getrocknete Kräuter sind ein geschmackvolles und gesundes -must have- für jede Küche. Lagere sie trocken und lichtgeschützt.
- Tomaten, Kräuter wie Basilikum oder Oregano, Minze und Salbei

4. Einlegen in Öl oder Essig
- Beschreibung: Gemüse kann in Essig oder Öl eingelegt werden, um es haltbar und schmackhaft zu machen. Ich lege Himbeeren und Erdbeeren gerne in weißen Balsamicoessig ein, um meinen Lieblingsessig natürlich herzustellen. Natürlich kannst du auch deinen eigenen Apfelesseig herstellen. Dafür benötigst du nur Äpfel, Wasser und Zucker oder Honig.
- Beispiel: Eingelegte Zucchini, Paprika in Öl, eingelegte Gurken, Äpfel, Himbeeren, Erdbeeren

5. Einfrieren
- Beschreibung: Einfrieren ist eine bequeme und schnelle Methode, um Lebensmittel haltbar zu machen. Gemüse wie Bohnen, Brokkoli oder Erbsen behalten dabei viele ihrer Nährstoffe, wenn sie so schnell, wie möglich vakuumiert ( einen blitzschnellen und günstigen Vakuumierer kann ich dir hier empfehlen*werden.
- Beispiel: Gefrorene Beeren, blanchiertes Gemüse, Kräuter in Eiswürfelform.
5 einfache Ideen zur Vorratshaltung im Herbst
1. Fermentiertes Sauerkraut
- Zutaten: Weißkohl, 20g Meer-oder Himalaja-Salz, Wasser.
Zubereitung:
- Weißkohl vorbereiten: Den Kohl vierteln,waschen, den Strunk entfernen und den Kohl fein hobeln oder schneiden. In eine große Schüssel geben.
- Salzen und kneten: Das Salz über den Kohl streuen und mit den Händen kräftig kneten, bis der Kohl weicher wird und Flüssigkeit abgibt. Dies dauert etwa 5–10 Minuten.
- Fermentieren: Den Kohl in ein großes Glas oder ind einen Gärtopf* füllen und gut andrücken, sodass die Flüssigkeit den Kohl bedeckt ist. Übrigens kannst du auch noch ein Lorbeerblatt und/oder Kümmel hinzufügen, wenn du das magst. Sollte das Kraut nicht vollständig mit Flüssigkeit bedeckt sein, fülle es mit etwas Salzlake auf. Achte darauf, dass keine Luft eingeschlossen wird. Beschwere alles mit Fermentiergläsern oder den Steinen, die du evtl bei dem Gärtopf* dabei hast.
- Reifen lassen: Lasse das Sauerkraut 5–10 Tage bei Raumtemperatur fermentieren. Probiere es nach 5 Tagen – je länger es fermentiert, desto intensiver wird der Geschmack. Anschließend kannst du es bis zu 4 Wochen im Kühlschrank aufbewahren.
- Anwendung: Perfekt als Beilage oder für gesunde, probiotische Snacks im Winter.

2. Eingekochte Tomatensauce
- Zutaten:
- 800g reife Tomaten
- 1 Zwiebel, in vier Teile schneiden
- 2 Knoblauchzehen, gepresst
- 1 TL Salz
- 1 TL Zucker (optional, um die Säure zu balancieren)
- 1 TL getrocknete italienische Kräuter
- 2 EL Olivenöl
- 50g Butter
- 150ml Wasser
- 100ml Cremefine (oder Sahne)
Zubereitung:
- In einem großen Topf das Öl erhitzen und die Zwiebel darin glasig dünsten.
- Den Knoblauch hinzufügen und kurz mitdünsten
- Die frischen Tomaten, Wasser, Cremefine und Butter dazugeben und alles gut vermengen.
- Mit Zucker, Paprika, Pfeffer, Meersalz und Kerbel abschmecken und zum Kochen bringen.
- Die Soße bei niedriger Hitze etwa 45 Minuten köcheln lassen, bis sie schön eingedickt ist.
- Wenn du deine Soße besonders fein haben möchtest, pürrierst du sie und füllst sie noch heiß in Einmachflaschen*
- Anwendung: Ideal für Pasta oder Pizza im Winter – frische Sommeraromen, ganz ohne Konservierungsstoffe.

3. Getrocknete Apfelringe
- Zutaten: Äpfel, Zimt (optional)
- Zubereitung: Getrocknete Äpfel ( steche die Äpfel in der Mitte aus, schneide sie in Scheiben und trockne sie 6-7 Stunden bei 70 Grad im Dörragerät )
- würze sie anschließend mit Zimt
- Anwendung: Ein gesunder Snack für zwischendurch oder als Zutat für Müsli.
4. Eingelegte Gurken im Essig
- Zutaten:
- 1,5 kg kleine Einlegegurken ( keine Salatgurken )
- 1-2 l 20% Salzlake 20 Gramm Salz pro Liter Wasser
- 2 Zwiebeln
- 2 Knoblauchzehen (optional)
- 1 EL Senfkörner
- 1 EL Koriandersamen
- 1 EL Weiße Pfefferkörner
- 1 Bund Dill
Zubereitung
- 1,5 kg kleine Einlegegurken ( keine Salatgurken )
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Wasche die Gurken gründlich und lege sie 2 Stunden in Eiswasser. Dadurch bleiben sie super knackig.
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In der Zwischenzeit die Einmachgläser mit kochendem Wasser ausspülen.
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Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und klein schneiden. Wasche und trockne den Dill gründlich, bevor du ihn kleinrupfst. Vermische das Salz mit dem Wasser und koche es auf. Gewürze hineingeben und den Sud 30 Minuten auf ganz kleiner Flamme ziehen lassen.
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Stelle die Gurken möglichst aufrecht in das Einmachglas und gebe abwechselnd Zwiebelringe, Knoblauch und die einzelnen Stiele vom Dill mit ins Glas.
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Gieße den kochenden Sud mit den Gewürzen über die Gurken, so dass die Gurken vollständig mit Flüssigkeit bedeckt sind.
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Jetzt müssen die Gurken 1 bis 2 Wochen fermentieren. Dabei werden sie durch Milchsäurebakterien sauer und gleichzeitig haltbar.
Tipp: Sollte sich auf der Oberfläche eine weiße Schicht bilden, brauchst du keine Panik zu bekommen. Das sind Kahmhefen, die du einfach abschöpfen kannst. Deine Gurken werden dadurch nicht schlech
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- Anwendung: Perfekt als Beilage oder zum Verfeinern von Sandwiches und Salaten.

5. Blanchierte und eingefrorene Bohnen
- Zutaten: Frische Bohnen.
- Anwendung: Im Winter einfach in der Pfanne anbraten oder in Suppen verwenden.
Achte auf die richtige Vorratshaltung
- Die richtige Lagerung: Lagere eingekochte und fermentierte Lebensmittel kühl und dunkel, um eine lange Haltbarkeit zu gewährleisten.
- Verpackung reduzieren: Verwende wiederverwendbare Gläser, Dosen und Behälter, um Plastikmüll zu vermeiden.
- Beschriften: Beschrifte alle Gläser und Behälter mit Datum und Inhalt, damit du immer weißt, was sich darin befindet und wie lange es haltbar ist.

Fazit:
Nachhaltige Vorratshaltung ist nicht nur eine großartige Möglichkeit, Lebensmittelabfälle zu vermeiden und Geld zu sparen, sondern sie macht unglaublich Spaß und fördert die Gesundheit der ganzen Familie.
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