Bis in den September hinein duftet mein Lavendel im Garten betörend — und genau jetzt ist der Moment, aus den frisch geernteten Blüten etwas Besonderes herzustellen.
Ich habe extra Lavendel angepflanzt, nur um genug für meine eigenen Ölauszüge und Hydrolate zu haben. Und aus genau diesem Lavendelöl entsteht mein Lavendel Calm Balm — eine Salbe die ich besonders abends, aber auch in stressigen Momenten tagsüber, gerne benutze.
Warum Lavendel?
Lavendel wird traditionell mit Entspannung und Abendruhe assoziiert. Viele Menschen empfinden den Duft als beruhigend — bei mir ist es mittlerweile ein festes Ritual geworden, den Balsam in die Schläfen und den Nacken einzumassieren, wenn der Tag zu viel war.
Mein Lavendelöl-Auszug — so mache ich es
Bevor die eigentliche Salbe entsteht, braucht es zuerst einen Ölauszug. Ich nutze dafür ein kleines Salbenöfchen — eine Keramikkanne auf Teelichtern, die das Öl ganz sanft und gleichmäßig erwärmt, ganz ohne Strom.
Du hast aber auch zwei einfachere Möglichkeiten zur Auswahl:
Die schnelle Methode (Heißauszug): Öl und Lavendelblüten in ein hitzebeständiges Glas geben und 1-2 Stunden im warmen Wasserbad erwärmen (nicht kochen!). Über Nacht ziehen lassen.
Die klassische Methode (Kaltauszug): Lavendelblüten in ein Schraubglas geben, mit Öl bedecken und an einem warmen, hellen Ort 3-4 Wochen ziehen lassen — dabei täglich leicht schütteln.
Mein Salbenöfchen braucht etwa 3 Tage, dabei rühre ich regelmäßig um und lösche die Kerzen nachts aus Sicherheitsgründen.
Das Rezept: Lavendel Calm Balm
Zutaten:
- 80ml Pflanzenöl (Olivenöl oder Mandelöl)
- 1 Handvoll frische oder getrocknete Lavendelblüten
- 8-10g Bienenwachs aus meiner eigenen Imkerei 🐝
- Optional: 5-10 Tropfen ätherisches Lavendelöl für intensiveren Duft
Schritt-für-Schritt Anleitung
Schritt 1 — Öl abseihen
Das fertige Lavendelöl durch ein feines Sieb oder Tuch abseihen, die Blüten dabei gut ausdrücken.
Schritt 2 — Bienenwachs schmelzen
Bienenwachs zusammen mit dem Lavendelöl im Wasserbad schmelzen, bis sich alles vollständig verbunden hat.
Schritt 3 — Verfeinern
Vom Wasserbad nehmen und nach Wunsch ein paar Tropfen ätherisches Lavendelöl einrühren, für einen intensiveren Duft.
Schritt 4 — Abfüllen
Sofort in kleine Salbentiegel füllen. Die Tiegel offen stehen lassen, bis die Salbe vollständig abgekühlt und fest ist.
Haltbarkeit: 6-12 Monate bei kühler, dunkler Lagerung.
Wofür ich meinen Lavendel Calm Balm verwende
✅ Abends vor dem Schlafengehen — auf Schläfen und Nacken
✅ In stressigen Momenten tagsüber als kleines Ritual
✅ Nach einem anstrengenden Tag zur Entspannung
✅ Als kleines Geschenk für gestresste Freundinnen
Warum Bienenwachs aus der eigenen Imkerei?
Das Bienenwachs in meinem Balm kommt direkt aus meinen eigenen Bienenstöcken hier in Neuss. Es bildet einen natürlichen Schutzfilm auf der Haut und gibt der Salbe die perfekte streichfähige Konsistenz.
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Fazit
Mein Lavendel Calm Balm ist für mich der Inbegriff von Selfcare aus dem eigenen Garten. Drei Hauptzutaten, ein einfaches Rezept — und ein Ritual das ich seit Jahren nicht mehr missen möchte.
Probier es aus, besonders jetzt während der Lavendel noch in voller Blüte steht. Schreib mir gerne wie deine Salbe geworden ist.
Alles Liebe,
Elli 🌿
Häufige Fehler beim Herstellen — und wie du sie vermeidest
Der Balm wird zu hart:
→ Etwas mehr Öl (2-3ml) hinzufügen und nochmal kurz erwärmen.
Der Duft ist zu schwach:
→ Hochwertiges ätherisches Lavendelöl verwenden und das Fläschchen vor der Anwendung gut schütteln. Manche Düfte entfalten sich auch erst nach 24 Stunden vollständig.
Der Balm wird körnig oder klumpig:
→ Das Bienenwachs ist zu schnell abgekühlt. Beim nächsten Mal langsam schmelzen und ebenso langsam abkühlen lassen.
Mein Ölauszug schimmelt:
→ Das passiert meist wenn Restfeuchtigkeit in den Blüten war. Deshalb trockne ich meine Lavendelblüten immer vollständig, bevor ich sie ins Öl gebe — bei frischen Blüten besonders wichtig.
Mehr als nur Balsam — was ich sonst noch mit meinem Lavendel mache
Der Lavendel in meinem Garten reicht mir mittlerweile für mehr als nur den Calm Balm. Ich stelle daraus auch eigene Hydrolate her — das ist im Grunde das „Lavendelwasser“, das beim Destillieren der Blüten entsteht.
Dieses Hydrolat verwende ich besonders gerne für meine eigenen Saunamischungen — ein paar Tropfen auf den Aufguss, und der ganze Raum duftet danach herrlich nach frischem Lavendel. Aber auch als mildes Gesichtswasser oder einfach als Raumspray funktioniert es wunderbar.
Falls dich interessiert wie ich meine Hydrolate genau herstelle, lass es mich wissen — das wäre definitiv ein eigenes Thema für einen kommenden Artikel.
Häufig gestellte Fragen zum Lavendel Calm Balm
Wie lange ist der Balm haltbar?
Bei kühler, dunkler Lagerung mindestens 6-12 Monate.
Ist der Balm für empfindliche Haut geeignet?
Grundsätzlich ja, da nur wenige natürliche Zutaten enthalten sind. Bei sehr empfindlicher Haut oder bekannten Unverträglichkeiten gegenüber ätherischen Ölen empfehle ich vorher einen kleinen Hauttest.
Kann ich den Balm auch ohne ätherisches Lavendelöl machen?
Ja, das Lavendelöl aus dem Ölauszug reicht für einen milden Duft bereits aus. Das zusätzliche ätherische Öl ist nur für einen intensiveren Effekt gedacht.
Welcher Lavendel eignet sich am besten?
Ich verwende den klassischen Echten Lavendel (Lavandula angustifolia) aus meinem Garten — er hat den typischen, mild-süßlichen Duft und eignet sich am besten für Ölauszüge und Hydrolate.
Wie oft kann ich den Balm anwenden?
So oft du möchtest — ich nutze ihn meist abends, manchmal aber auch tagsüber für einen kurzen Moment der Ruhe.
Wichtiger Hinweis: Dieser Balsam dient der allgemeinen Wohlfühlpflege und ersetzt keine ärztliche Behandlung. Bei Empfindlichkeit gegenüber ätherischen Ölen bitte vorher testen.







